2. Oktober 2025, 18.00 Uhr - 21.00 Uhr
Kiel, St. Nikolai Kiel, Alter Markt
Erinnern für die Gegenwart: Schuld, Sühne und Versöhnung – Lehren aus den NS-Verbrechen
Wie die Ostdenkschrift vor 60 Jahren zur Demokratisierung der Gesellschaft beitrug
Impuls und Gespräch

Akademie-Studienleitung: Maike Lauther-Pohl, Dr. Stephan Linck
Mit der Offenen Kirche St. Nikolai Kiel

Teilnahmegebühr: Die Veranstaltung ist kostenlos.

Programm

Anmeldung nicht erforderlich

Adresse: St. Nikolai Kiel
Alter Markt, 24103 Kiel

Die Lange Nacht der Demokratie beginnt um 18.00 Uhr mit einer ersten Führung durch die Ausstellung "Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte." Herzliche Einladung, sich von studentischen Begleiterinnen durch die Ausstellung begleiten zu lassen.

19.00 Vortrag: Erinnern für die Gegenwart: Schuld, Sühne und Versöhnung – Lehren aus den NS-Verbrechen. Wie die Ostdenkschrift vor 60 Jahren zur Demokratisierung der Gesellschaft beitrug

Dr. Stephan Linck, Studienleiter für Erinnerungskultur und Gedenkstättenarbeit der Evangelischen Akademie der Nordkirche, knüpft an der Zeitzeugenbiographie Anne Franks an und geht der Frage nach: Wie gelang der (schwergängige) Weg der Demokratisierung nach 1945? Welche Mutmachgeschichten aus der Historie können anstiften zu heutigem Engagement für die Demokratie? Am Beispiel des 60 jährigen Jubiläums der Ostdenkschrift der EKD von Oktober 1965 entwickelt er, was es bedeutet, sich den Erfordernissen von Schuld, Sühne und schließlich Versöhnung zu stellen und als zivilgesellschaftliche Akteur:innen Impulse für konkrete Umsetzung in der Politik zu geben.

Am 1. Oktober 1965 verabschiedete der Rat der Evangelischen Kirche die sogenannte Ostdenkschrift. Sie benannte die Schuld an den deutschen Verbrechen der NS-Zeit und rief zur Versöhnung mit den Völkern Osteuropas auf. Es war die Zeit der großen Koalition und der Wahlsiege der neonazistischen NPD. Die Debatten der damaligen Zeit setzten wichtige Impulse für die Demokratisierung der westdeutschen Gesellschaft und legten die Grundlagen für die Ostpolitik Willy Brandts. In seinem Vortrag erinnert Stephan Linck an die hitzigen Debatten Mitte der 1960er Jahre.

Wir gehen im Gespräch der Frage nach: Was braucht die Demokratie heute von uns, damit ein "Nie wieder ist jetzt" gelebt wird?

20.15. Uhr Wiederholung der Führung durch die Ausstellung.
Musik begleitet den Abend.

Ablauf:

18.00 Uhr Offene Führung

19.00 Uhr Vortrag und Plenumsgespräch

20.15 Uhr: nochmals Offene Führung

21.00 Uhr Abschluss